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Nabelschnurblut von Sizilien in die Schweiz

  • 06/08/2008, Neu-Isenburg

  • Extrem zeitkritisches, weil „frischesensibles“ Transportgut trotz Flugzeugschaden rechtzeitig in der Nabelschnurblutbank angekommen

 
Viele Ärzte und Wissenschaftler raten werdenden Eltern, das Nabelschnurblut ihres Kindes konservieren und aufbewahren zu lassen, da dieses Blut wertvolle Stammzellen enthält, die dem Kind unter Umständen eines Tages eine lebenswichtige Behandlung ermöglichen könnten. Erkrankt das Kind beispielsweise an Leukämie oder einer anderen lebensbedrohlichen Krankheit, können die Nabelschnurblut-Stammzellen als „therapeutische Lebensretter" eingesetzt werden.

Als potenziell gesundheitserhaltende „biologische Lebensversicherung" für das Neugeborene muss das Blut der Nabelschnur unmittelbar nach der Geburt fachgerecht konserviert werden, um es sodann in einer Nabelschnurblutbank einzulagern. In Europa gibt es mehrere solcher Blutbanken; eine davon hat ihren Sitz im südschweizerischen Ort Manno, in unmittelbarer Nähe von Lugano und damit direkt an der italienischen Grenze. Insbesondere Eltern aus Italien sind es, die hier das Nabelschnurblut ihrer Neugeborenen einlagern lassen.

Die Beförderung des Blutes aus den verschiedenen Regionen Italiens nach Manno setzt reibungslose logistische Abläufe voraus - denn aus „Frischhaltegründen" sind die Transporte extrem zeitkritisch: Maximal 48 Stunden dürfen zwischen der Nabelschnurblut-Entnahme und dem Einfrieren („Kryokonservierung") vergehen. In puncto Transportlogistik arbeitet die südschweizerische Blutbank in der Regel mit einem großen europäischen Express-Dienstleister zusammen. Dessen Service steht jedoch an Wochenenden nicht zur Verfügung, so dass immer dann das Unternehmen time:matters beauftragt wird. time:matters, ein zur Lufthansa-Konzernfamilie gehörender Spezial-Dienstleister für Sameday-, Kurier- und Notfall-Logistik, bekam es kürzlich mit einer besonders kniffligen Situation zu tun:

Das Kind, dessen Nabelschnurblut eingelagert werden sollte, kam am 11. Juli, einem Freitag, vormittags zur Welt, und zwar in der sizilianischen Stadt Agrigent, etwa 130 Kilometer von der Inselhauptstadt Palermo entfernt. Bereits einige Zeit vor der Geburt hatten die Eltern der Blutbank den Einlagerungsauftrag erteilt, der auch die Vor-Ort-Abholung des Blutes umfasste. So erreichte der Anruf der Klinik am frühen Nachmittag dieses Freitags die Logistikexperten in der time:matters-Niederlassung in Zürich. Von dort aus wurde einem Kurier, der bereits zuvor von der deutschen time:matters-Zentrale in Bereitschaft versetzt worden war, das „Go!" erteilt: Unverzüglich machte er sich auf den Weg nach Sizilien. Geplant war, dass der Kurier zunächst um 18.40 Uhr von Frankfurt aus nach Mailand fliegen sollte, um am dortigen Flughafen Linate um 21.20 Uhr in einen Flieger nach Palermo umzusteigen. Die Entgegennahme des Blutbehälters in der Agrigenter Klinik war für etwa 2.00 Uhr nachts vorgesehen, so dass die Übergabe der Lieferung an die Blutbank in Manno am folgenden Mittag hätte stattfinden können.

Der Konjunktiv „hätte" deutet jedoch bereits an, dass es anders kam als geplant: Infolge eines technischen Schadens an der Maschine wurde der 18.40-Uhr-Flug ersatzlos gestrichen - kurzfristig musste also im Zürcher time:matters-Büro ein komplett neues Routing erarbeitet werden. Gesagt, getan: An Bord eines Fluges, der Frankfurt um 20.55 Uhr verließ, hob der time:matters-Kurier nun in Richtung Mailand-Linate ab, wo er um kurz nach 22.00 Uhr eintraf und die Nacht zum Samstag verbrachte. Der nächstmögliche Anschlussflug nach Sizilien startete am folgenden Morgen um 6.55 Uhr. Direkt nach der Landung in Palermo um 8.35 Uhr machte sich der Kurier auf die zweistündige Taxifahrt zum Krankenhaus nach Agrigent, wo ihm die Kühlbox mit der wertvollen Fracht ausgehändigt wurde. Schon um 15.15 Uhr saß er wieder im Flugzeug nach Mailand. Sofort nach der Ankunft am Airport Linate um 16.55 Uhr steuerte der Kurier das Nabelschnurblutlabor in Manno an und übergab den Blutbehälter exakt um 18.00 Uhr.

Die Flexibilität des time:matters-Service ermöglichte, dass das womöglich lebensrettende Transportgut trotz des unerwarteten Flugausfalls lediglich vier Stunden später als ursprünglich geplant in Manno eintraf.

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