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Storopack: Rundum verbesserte Schutzverpackung


 

Arrow Electronics (USA) arbeitet im europäischen Distributionszentrum (Venlo/Niederlande) mit Storopack als Entwicklungspartner für die Schutzverpackung zusammen. Zu den ersten Ergebnissen zählen unter anderem Luftkissen, deren ESD-Funktion die Bauteile vor elektrostatischer Entladung schützt und die Implementierung eines automatischen Systems für die Bereitstellung der Luftkissen an über 30 Packplätzen. Arrow verzeichnet dadurch erhebliche Einsparungen beim Einkauf der Packmittel. Dazu kommen Kostensenkungen durch eine höhere Arbeitsproduktivität und die reduzierte Lagerfläche.

Das „Distribution Logistics Centre" (DLC) in Venlo ist weltweit eines der größten Warenlager für elektronische Bauelemente. Arrow Electronics realisiert von diesem Stützpunkt aus umfangreiche logistische Serviceleistungen in über zwanzig Länder. Pro Tag verlassen rund 5.000 Sendungen das DLC.

Zum Anspruch als Supply-Chain-Partner gehört es, stets eine aktuelle Ausstattung und Prozessorganisation zu bieten. Das Distributionszentrum ist nach verschiedenen Qualitätsstandards zertifiziert (u.a. DIN EN ISO 9001:2000 und DIN EN 61340-5-1) und stellt die Einhaltung diverser Umweltrichtlinien, wie RoHS, REACH, WEEE, etc., sicher.

Die Leistungsaspekte Prozessqualität, Produktgüte und Umweltschutz kreuzen sich beispielhaft bei der Schutzverpackung, die regelmäßig unter der Beobachtung von Lean Management Initiativen und des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses stehen. Hierbei hat sich für Arrow Electronics die Zusammenarbeit mit Storopack bewährt, weil sich mit diesem Partner der gesamte Innovationsprozess, von der gemeinsamen Zielfestsetzung bis zu Feedback und Liefersicherheit, abbilden lässt.

Ein erster Meilenstein ist die Entwicklung von Luftkissen mit ESD-Schutz (Electrostatic Discharge/elektrostatische Entladung). Eine interne Bestandaufnahme hatte ergeben, dass Luftkissen für die Anforderungen in Venlo besser geeignet sind als das bis dahin eingesetzte Loose-Fill. Das Problem war jedoch, dass keine Luftkissen auf dem Markt waren, die Schutz vor elektrostatischer Entladung bieten.

Diese Funktion muss das Packmittel aber unbedingt haben, schließlich hat die Sicherheit der Hightech-Elektronik oberste Priorität. Es gibt eine komplett als ESD-Schutzzone ausgelegte, geschlossene Halle. Den Zusatz „ESD" tragen Fussböden und Flurfördertechnik genauso wie die Arbeitskleidung oder die bekannten Folienbeutel für die Primärverpackung.

Das Personal, die Einrichtungen und auch die Verpackungen werden routinemäßig „vermessen". Dabei geht es um die Potentialdifferenz wie sie durch Reibung zwischen Flächen entstehen kann. Personen laden sich beispielsweise beim Laufen über einen Teppich oder beim Benutzen von Werkzeugen auf. Wenn sich der Spannungsunterschied entlädt, entsteht ein kurzer, sehr hoher Stromimpuls, die elektrostatische Entladung.

Um diesen „Blitzschlag" zu vermeiden, müssen die Gegenstände eine elektrisch leitfähige Oberfläche haben. Für die Verwendung als Hohlraumfüller in den Versandpaketen benötigt Arrow Electronics Luftkissen, die statisch ableitfähig sind (static dissipative), das heißt einen Oberflächenwiderstand zwischen 100 kΩ und 100 GΩ haben.

Storopack verfügt in Wildau (Deutschland) über eine eigene Folienproduktion und bringt daher die nötige Entwicklungskompetenz für diese dissipative Schutzverpackung mit. Maurijn Hellenthal, Logistik Engineer des Arrow DLC, hat der gezeigte Einsatz überzeugt: „Die Qualität und Liefersicherheit, die sie uns jetzt im laufenden Betrieb bieten, das kennzeichnete auch ihren Beitrag bei der Entwicklung der Folie. Sie haben schnell und genau verstanden, was wir brauchen und das dann umgesetzt."

Seit Mitte 2010 werden im DLC Hohlräume im Paket mit Luftkissen der Serie Airplus Void Fill gefüllt, die als verbindliche Kennzeichnung ihrer ESD-Schutzfunktion rosa eingefärbt sind. Da der Materialeinsatz im Vergleich zum Loose-Fill geringer ist, spart Arrow erheblich Kosten ein. Es ist eine saubere, praktische Arbeitsweise ohne die Gefahr von Staubentwicklung. Die Empfänger ihrerseits schätzen die einfache Entsorgung: mit einem Cutter aufgeschnitten brauchen die Luftkissen nur noch minimalen Platz im Abfall. Die Folie ist vollständig recycelbar.

Für eine effiziente und ergonomisch günstige Bereitstellung der Luftkissen am Packplatz hat die Abteilung Systemintegration von Storopack die 39 angeschlossen Packplätze mit einem automatischen System für die Packmittel-Zuführung ausgestattet, einem „Intelligent Delivery System" (IDS). Die Techniker haben sich mit Vanderlande Industries abgestimmt, dem Intralogistik Partner von Arrow, so dass sich die Installation nahtlos einfügt.

An jedem Packplatz ist ein Silo mit ergonomisch günstigem Zugriff integriert. Da die Wände des Behälters aus durchsichtigem Kunststoff sind, bleibt das Arbeits-Ambiente licht und freundlich. Zur Zeit gibt es sechs Linien mit je sechs Silos und eine kurze Linie mit drei. An jeder Linie steht ein Gerät, das Luftkissen produziert. Die Kissen gelangen über eine Flachleitung zu den einzelnen Packplätzen. Sensoren geben den Füllstand der Silos als Information an die speicherprogrammierbare Steuerung des IDS. Diese reguliert über Klappen in der Flachleitung, welcher Behälter Nachschub erhält.

Der Polsterstrang ist bereits in einzelne Abschnitte geteilt. Dies geschieht direkt bei der Herstellung der Kissen durch die Geräte der Serie Airplus Bag-Seperator, die hier zu Einsatz kommen. Das spart den Packern wertvolle Arbeitszeit: die Luftkissen sind bereits bedarfsgerecht portioniert und müssen nur noch als Schutz in die Pakete eingebracht werden.

Der Umbau fand während des laufenden Betriebs statt und war nach zwei Wochen abgeschlossen. Die regelmäßigen Kontroll- und Wartungsarbeiten führen ebenfalls nicht zu Störungen bei der Abwicklung der Sendungen.

Wie bereits bei der Entwicklung der neuen Luftkissen-Folien hat Storopack den Kunden auch in dem Kompetenzfeld der Packplatzausstattung für eine integrierte Intralogistik überzeugt: „Wir haben schnellere Durchlaufzeiten, eine verbesserte Ergonomie und die Integration in unser bestehendes Logistiklayout hat geklappt", lobt Hellenthal. „Das Beratungsversprechen 'working comfort' hat sich für uns voll eingelöst".